Ried Ulm 1 ÖTW - Nussberg Wiener Gemischter Satz DAC 2017

1901
Alkohol: 13,5 %
Säure: 5,2 g/l
Zucker: 1,0 g/l

Jahrgang

Einem eher kühleren Winter folgte ein sehr milder März, der zu einem gefährlich frühen Austrieb führte. Allerdings zeigte sich dafür der April unterdurchschnittlich kühl, sodass der Austrieb sehr langsam ablief, leider auch wieder mit leichten Frostschäden bei den empfindlichen Sorten Chardonnay und Zweigelt, allerdings deutlich geringer als im Frostjahr 2016. Der erstmalige Einsatz von abbrennenden Strohballen half hier sicherlich die Schäden in Grenzen zu halten. Der Mai und ebenso der Juni zeigten sich in einer frühsommerlichen Freundlichkeit und sorgten für eine problemlose Blüte in der ersten Junihälfte. Die Niederschläge waren allerdings rar und wenig ausgiebig und so kamen wir in einen eher heißeren Sommer mit weiterhin wenig Regen. Gelegentliche Gewitter retteten die Reben durch den Sommer, der als der Drittheißeste seit Beginn der Aufzeichnungen in die Geschichte eingeht. Ein früher Erntebeginn in den ersten Septembertagen war notwendig, um die Säure und Frische der Weine zu erhalten, denn dies erschien uns besonders wichtig. Der September zeigte sich allerdings ungewohnt kühl mit einigen stärkeren Niederschlägen, die sich erfreulicherweise sehr positiv auf die Reben auswirkten, ebenso auf die Qualität der Trauben. Die Ernte wurde dadurch viel mehr auseinandergezogen und endete gegen Mitte Oktober mit sehr hohen Qualitäten sowohl bei Weißwein, als auch bei Rotwein, bei den leichteren Weinen, sowie bei den gehaltvollen Lagenweinen. Der Jahrgang 2017 glänzt mit intensiver Frucht, reifer Säure und zeigt sich aufgrund der früheren Ernte nicht so üppig wie erwartet, sondern sehr elegant mit viel Trinkfreudigkeit.

Boden: 

Die Trauben für den Wiener Gemischten Satz DAC – Ried Ulm stammen aus der Riede Ulm, ein sehr steiler Südhang, der sich am östlichsten Teil des Nußberges befindet, direkt neben der Donau. Der Boden besteht aus extrem kalkreichem Muschelkalk mit Kalkstein im Untergrund mit relativ geringem Tonanteil. Vor allem diesen Teil des Nußberges kann man eindeutig als Überrest eines Korallenriffs aus dem Tertiär bezeichnen, auch heute findet man noch massenhaft versteinerte Muscheln und Schnecken in den weißen Steinen.

Weingarten und Keller: 

Seit 2008 wird dieser Weingarten nach biodynamischen Richtlinien bewirtschaftet und ist mit der Ernte 2011 erstmals offiziell fertig zertifiziert. Dieser Wiener Gemischte Satz besteht aus 9 Traubensorten (Weißburgunder, Neuburger, Welschriesling, Grüner Veltliner, Sylvaner, Zierfandler, Rotgipfler, Traminer und Riesling), die zusammen per Hand geerntet wurden und nach sorgfältiger Selektion (Botrytistrauben werden ausgeschieden) zusammen verarbeitet wurden. Einer Maischestandzeit von etwa 3 Stunden folgte das schonende Abpressen mit einer pneumatischen Weinpresse und die Vergärung erfolgte im gekühlten Stahltank. Nach fast einem Jahr Lagerung des fertigen Weines auf der Feinhefe wurde er im August 2018 in Flaschen gefüllt. 

Weinbeschreibung: 

In der Nase tabakig, zart rauchig, unterlegte Kräuterwürze, weiße Tropenfruchtnuancen, ein Hauch von Walnuss und Birnen. Komplex, engmaschige Textur, weiße Frucht mit elegantem Säurebogen, mineralisch. Sehr gutes Entwicklungspotential.